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Warum ich das AT-VM95 heute nicht mehr empfehle - Jan - 28.08.26 In der Anfangszeit des Forums habe ich ja gerne und oft das AT-VM95ml als eine Art Best Buy empfohlen. Ein System für um die 150 € mit einem MicroLinear-Schliff klingt ja auch erstmal nach einem klasse Deal. Ist es auch, aber nicht unbedingt für jeden oder gar für Anfänger. Was kann dieses System?
Was sind die Nachteile dieses Systems?
Jetzt mag der eine oder andere denken, dass dies ja nicht so schwer sein kann. Stimmt, im gehobenen Preissegment ist eine Kapazität von um die 150 pF nicht unrealistisch. Eine gute Tonarmverkabelung mit einer folgender guter Anschlußleitung liegt oft nur bei um die 50 pF. Gute MM Phono-Vorverstärker liegen ebenfalls in diesem Bereich. Also alles kein Problem, oder? Ein klares JEIN. Gerade Anfänger, die sich mit einem System verbessern möchten, haben oft einfache Plattenspieler, die mit der Verkabelung von Arm und dann zum Phono-Pre eher in einem Bereich von 100 pF oder darüber liegen. Günstige Phono-Vorverstärker, Phonoeingänge von Vollverstärkern (leider auch von Vintage-Modellen) haben oft Eingangskapazitäten von 200-300 pF. In der Summe kommt man hier also schnell auf 300-400 pF und mehr. Was bewirkt eine zu hohe Kapazität?
Sind es deshalb schlechte Systeme? Nein. An einer guten Verkabelung und einem passenden Phono-Pre spielen diese Systeme wirklich überragend auf. Da sind sie nach wie vor so etwas wie ein Best Buy. Aber wenn diese Rahmenbedingungen nicht gegeben sind (meist ist deren Erfüllung mit relativ hohen Kosten verbunden), können einem diese Systeme den Spaß an Schallplatten verleiden, weil sie einfach nicht gut klingen. Bessere Alternativen?
Wie seht ihr das? RE: Warum ich das AT-VM95 heute nicht mehr empfehle - Tornadone - 28.08.26 Ich finde dass die ganze V-Magnet-Serie von AT am Consumer vorbei entwickelt wurde und mag das aus dem Grund schon nicht besonders. Die Systeme klingen an Standardanlagen toll, sehr gut auflösend und gefällig. Aber wenn man da nur ein olles Shure M75 dagegen hört merkt man wie langweilig das eigentlich ist. Richtig abgeschlossen sicherlich sehr geil. Aber gerade für den Standard-Consumermarkt finde ich es daneben. Deswegen auch eine gewisse Grundabneigung gegenüber AT meinerseits. Wobei ich das relativieren muss wenn ich mir das MC-Angebot ansehe.... 🙂 Viele Grüße Roman RE: Warum ich das AT-VM95 heute nicht mehr empfehle - Jan - 28.08.26 Vermutlich mag ich deshalb die Ortoföner so. Die 150-300 pF bekommt man auch an Vintage Receivern gut hin. In der Praxis muss man ja auch kaum Angst haben, dass man den Bereich nach unten verlässt. 15-30 pF für die Tonarmverkabelung, selbst bei sehr guten RCA-Kabeln liegt man oft um die 50 pF und die wenigsten Phono-Vorverstärker kommen auf unter 50 pF, üblicher sind eher 70 pF. Damit liegt man sehr dicht an der unteren Grenze der Ortoföner. Die leider nicht wirklich günstigen Grado-Systeme (meist deutlich über 300 €) sind hier die Wunderwaffe. Die Kapazität ist praktisch wurscht. RE: Warum ich das AT-VM95 heute nicht mehr empfehle - HighEndVerweigerer - 28.08.26 Ich kenne mich mit der AT-95 Reihe nicht aus...Finde sie nur häßlich, wie auch die 2M Reihe von Ortofon...Ich weiß, ich bin komisch drauf... ![]() Ich habe ein altes AT-150E mit Metallbody...Das finde ich durchaus gut...Kommt nicht ganz ans Technics 270C mit Technics Shibatanadel, Grace F-8L mit Originalnadel oder Shure V15 III mit Jico SAS/B ran. Aber ich mag es... Allerdings, bis auf die Technics Shibata Kombi, kosten die genannten alten Systeme mit vernünftigen Nadeln auch mehr als vergleichbare AT-95... RE: Warum ich das AT-VM95 heute nicht mehr empfehle - Jan - 28.08.26 Optisch kein Thema. Das sehe ich ähnlich, wobei das bunte Plastik beim AT wenig stört. Bei den Ortofönern bin ich ohnehin noch der der OM/Concorde-Schiene (die ja auch nicht jedem gefällt) Wobei auch das AT-150 gerne geringe Kapazitäten sehen will. Da bist du also genau in der Thematik. RE: Warum ich das AT-VM95 heute nicht mehr empfehle - HighEndVerweigerer - 28.08.26 Meine Kabellage ist schon ok. Da sollte ich mit den meisten Tonabnehmern klar kommen... Mein Geraffel ist zwar kein HighEnd, aber auch nicht Einstiegsklasse...
RE: Warum ich das AT-VM95 heute nicht mehr empfehle - Jan - 28.08.26 Davon bin ich ausgegangen ![]() Aber du bist ja auch knapp über die Einsteigerphase raus
RE: Warum ich das AT-VM95 heute nicht mehr empfehle - HighEndVerweigerer - 28.08.26 Aber nur ganz knapp... RE: Warum ich das AT-VM95 heute nicht mehr empfehle - 2lazy - 28.08.26 (Gestern, 0:39)Jan schrieb: Vermutlich mag ich deshalb die Ortoföner so. Hallo, Jan ! Deine Angaben zu den Kapazitäten von Tonarmverkabelung bzw. RCA-Kabel kann ich nicht nachvollziehen. Tonarmverkabelung: Sind Dir Serientonarme der mittleren bis gehobenen Klasse mit solchen Werten bekannt ? Fernab irgendwelcher Tuningaktivitäten ? Ich hatte mangels Meßinstrument bei meinen vielen Laufwerken niemals die Werte Systemklips > Tonarmübergabepunkt oder komplett durchgehend gemessen. Entweder kamen Cinchbuchsen hinten in die Zarge oder die Leitung wurde gekürzt auf ca. 20cm, damit Cinchkupplungen drangelötet werden konnten. Alternativ wenn der Spieler sowieso zügig weitergereicht werden sollte ein Sommercable ... Dann verwendete ich z. B. von Sommercable das Albedo ( MKII ) , Stratos oder The Goblin wegen den geringen Kapazitäten / lfd. Meter. Ich bin bisher zu geizig, um das fertig konfektionierte Epilogue einmal zu testen. Die Abschlußkapazitäten an den MM-Eingängen sind in Deutschland der notwendigen FTZ-Zulassung geschuldet. HF-Einstrahlungen sollen vermieden werden. In der Vergangenheit haben einige neugierige * Messdiener * z. T. unsinnige Werte von über 800pF ermittelt. Watt 'nen Elend !!! Dann kann man nur noch ein HO-MC verwenden, um die Ausgangsspannung ohne Übersteuerung verarbeiten zu können. Ich hatte ein typisches Opfer: Sony TA-F550ES = 50 kOhm und über 500pF laut einer Info im Web. Die Differenz von ca. 3 kOhm lasse ich einmal dahingestellt. Ich kann mich erinnern, daß der eine und andere Yamaha Vollverstärker und Multikanal-Reciever ( Typ vergessen ) auch unbrauchbare Werte hat. Die Hersteller haben sich als klassische Standard-Abschlußkapazität auf 100pF eingependelt. Plus geschätzte 150pF für ein durchgehendes Kabel von 100-120cm Länge macht 250pF. Z. T. gibt es Ausnahmen mit 200pF und den ALBS RAM4 aus den 80zigern in der Weißblechbüchse mit - hört-hört - 50pF übers Mäuseklavier. God bless Balthasar Schmidt ! Was machen die 50pF zusätzlich aus ? Audio-Technica gibt seit Jahrzehnten einen Maximalwert von 200pF an. Ortofon alt bis 400pF / neu bis 300 pF. Das Shure M95 soll sogar 500pF vertragen. Die alte Elac ESG-Serie meistens bis 300pF. ... nur ein paar unverbindliche Beispiele. Jan hat in einem anderen Thread sehr aufschlußreich und interessant geschrieben, daß er zur besseren Tonwiedergabe Plattenspieler und System ( wechselseitig ? ) austauschen mußte, damit die und die Aufnahme für ihn angenehm klingt. Vorausgesetzt, daß der Rest der Hörkette gleich geblieben ist. Absolut gutes Beispiel ! DESHALB muß man im Grunde je nach Musikstil zwischen den Komponenten wechseln. Die meisten werden einen bezahlbaren Kompromiß finden wollen. Jeder sollte selbst die nötigen Investitionen treffen ... und sich nicht darüber ärgern, daß u. U. ein relativ hochgebautes Grado Gold entweder nicht korrekt justiert werden kann ODER * klingt nicht * . Nicht zu vergessen die Nur-von-oben-Systeme von Ortofon und das Linn Arkiv, die z. B. nicht an den Fingerbügeln einiger Thorens Tonarmrohre ohne Umbauten festgeschraubt werden können. Ich meine die Armrohre, deren stylisierte Headshell oben geschlossen ist. Zu der Nagaoka MP-Serie gibt es im Internet diverse Testberichte. U . a. mit einem Meßdiagramm und einem Vergleich der kapazitiven Belastung je nach Modell. Schade, soo vieles interessantes Zeugs ist merklich teurer geworden. MfG, Erik |