Kuzma Stabi S und Fragen
#71
(11.03.26, 11:41)ArneW schrieb: Hallo miteinander!

Meine Güte! Sechs Seiten und kein einziges Posting von jemandem, der den Spieler in Betrieb hat. Dann mache ich mal den Anfang. Ich besitze seit fünf Jahren einen Kuzma Stabi S mit dem älteren externen Netzteil. Tonarm ist ein Stogi S12 VTA, der anders als der normale S12 aber in die Bohrung für den regulären 9-Zoll-Tonarm passt, weil er durch den höhenverstellbaren Turm seine eigene Basis mitbringt. Mein Stabi S übrigens schneeweiß - eine Farbe, die ich noch nie vorher oder nachher an einem anderen Stabi S gesehen habe. Wie Franc Kuzma mir per E-Mail bestätigt hat, ist der Spieler damals als Einzelstück in dieser Farbe im Kundenauftrag entstanden. Ich habe den Spieler Ende 2020 bei einem schwedischen Händler gebraucht gekauft. Er hatte praktisch keinerlei Gebrauchsspuren und wird vermutlich mehr oder weniger als Designobjekt irgendwo gestanden haben.

Ich liebäugelte damals eigentlich mit einem Well Tempered Amadeus, fand diesen dann aber nach längeren Hörsessions (u. a. auf den damals noch existierenden Westdeutschen Hifi-Tagen) doch nicht sooo viel besser als meinen Well Tempered Classic, den ich bis dahin in Betrieb hatte. Was ich mir wünschte, war ein Spieler mit der gleichen Ruhe wie der Well, aber mit deutlich besserem Bassbereich. Das klingt als Zielsetzung erst einmal nicht unmöglich, läuft aber doch meist auf ein "Entweder/oder" hinaus. Kurz gesagt: Der Kuzma hat sich als eine der wenigen noch bezahlbaren Optionen herausgestellt. Alles, was diesbezüglich noch besser ist, liegt meiner Erfahrung nach preislich im Bereich eines Kleinwagens. Es gibt sicher "leichtfüßigere" Dreher, aber kaum welche, die so souverän auch am Ende einer Plattenseite durch Dynamikspitzen pflügen und gleichzeitig bei gebrauchten Jazzplatten aus den 60er Jahren im Zustand VG- keine "Lagerfeuer-Atmosphäre" aufkommen lassen.

Gruß

Arne

Herzlich willkommen, Arne!

Ich freue mich, dass hier immer mehr Menschen hin finden, die auch Plattenspieler verwenden, die man nicht an jeder Ecke sieht! Vielfalt macht so ein Forum aus. Viel Spaß hier Smile
Schöne Grüße, Thomas  Cool
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#72
(11.03.26, 16:56)Jan schrieb:
(11.03.26, 14:27)labrador schrieb: Zum Thema Einfluss auf den Klang bei Plattenspieler-Komponenten:

Laufwerk: ca. 15-25%
Tonabnehmer: ca. 40-50%
Phonovorstufe: ca. 20-30%
Tonarm: ca. 10-15%

Diese Einschätzungen stammen aus einem "Fachmagazin" und stammen aus dortigen langjährigen gesammelten Erfahrungen, habe ich erst kürzlich in deren YT-Ableger gesehen...

Gruß

Am Ende landen wir wohl eher bei:
Laufwerk: ca. 1-3 ‰
Tonabnehmer: ca. 4-5 ‰
Phonovorstufe: ca. 2-3 ‰
Tonarm: ca. 1-1,5 ‰ 

Also alles zusammen bei um die 1%
Wobei man gerade mit dem Laufwerk richtig viel kaputt machen kann, wenn der Gleichlauf nicht stimmt. Damit hätte das Laufwerk dann 99%

So kannst du die Rechnung nicht aufmachen Jan. Ist die Dämpfung des Nadelträgers verhärtet oder hat sich aufgelöst, oder ist die Nadel abgenuddelt, würde der Tonabnehmer bei deiner Sichtweise auf einmal die 99% bekommen.
Bei so einer Betrachtung sollten wir jedoch davon ausgehen, dass alles in optimalem Zustand und eingestellt ist. Und dann haben wir die 100% aufzuteilen. Da bin ich der Meinung, dass über 50% auf die Nadel gehen. Ist halt schon ein größerer Unterschied, ob ich eine Rundnadel spielen lasse oder eine Shibata oder SAS...
Beste Grüße
Ralf

America last!  Tongue
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#73
He Arne,

du hast einen seltenen Dreher mit einer exotischen Optik in weißer Farbe als Einzelstück, und dieser erbringt seine Funktion für Deine Ohren perfekt  th_up

Sehr geil! Ich freu mich für Dich und würde mich auch über ein Bild freuen  Wink

Herzlich Willkommen!
Grüße
Robert

Wer gute Gräben gräbt, kriegt eine größere Schaufel.
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#74
(11.03.26, 13:10)HighEndVerweigerer schrieb: Hast du solche Goldöhrchen, dass du die Klangcharakteristik eines Chassis in Verbindung mit einem bestimmten Tonarm ausmachen kannst? (...)

Bestimmt nicht. Davon habe ich auch nicht gesprochen. Ich kenne niemanden, der auf einem Well Tempered Classic einen anderen Arm betreibt als den entsprechenden Well-Tempered-Arm. Diese Kombination klingt extrem ruhig, lässt aber im Bass (und auch im Gleichlauf) einiges vermissen. Pop und Rock geht mit damit praktisch gar nicht, bei Kammermusik und Jazz-Trios fällt's halt nicht so auf. Und auch der "Nachfolger" Well Tempered Amadeus ist nicht so viel besser, obwohl die Presse ihn damals hochgeschrieben hat wie sonstwas. Ein guter Plattenspieler, sicherlich, aber der Kuzma spielt in einer völlig anderen Liga, tut mir leid. Solche Spielchen wie "15% Laufwerk, 10% Tonarm" sind mir eher fremd. Das klingt mir zu sehr nach "Was brauche ich einen Porsche, mein Golf GTI geht auch 220". Und ja, ich habe alle meine Dreher mit dem gleichen System (Nagaoka Mp-500) am gleichen Vorverstärker (Quicksilver Full Function) betrieben.
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