Spielereien mit DECCA ffss und Shure SC35C
#1
Tach auch,

Heute dachte ich mir ich könnte mal versuchen meinen nicht so gut erhaltenen Decca-Arm etwas zu pimpen.

Es geht um diesen Kollegen:

   

Und auch wenn die Tonabnehmer sich bei einigen Leuten großer Beliebtheit erfreuen ist der dazu passende Tonarm garnicht mal so gut.

Ich hatte vor ein paar Tagen ja einfach diesen proprietären Decca-Anschlusskram entfernt und eine gekröpfte (wie ich durch Zufall seit gestern weiß) Pioneer Headshell montiert. Diese musste ich dazu etwas ausbohren und jetzt ist der Tonabnehmer halt direkt verkabelt.

So sieht das aus:

   

Mit dem Shure SC35C ergibt sich ein Montageabstand von 250mm und gut 10,5'' effektiver Länge. Beide Nulldurchgänge liegen im Rillenbereich. Also passt die Geometrie.

Das Ganze spielt auch ganz okay. Aber eben nur das und nicht mehr. Beim Auspendeln hatte ich schon gemerkt dass der Arm in der Vertikalen nicht gerade hitverdächtig gut läuft. 

Also die Lager aufgemacht und... sorry... ziemlichen Schrott gefunden. Die Lagerspitzen die beide Enden der Lagerachse bilden laufen nicht etwa in Pfannen oder Mulden, sondern etwa die Mitte der Kegel läuft auf der Kante dieser Hülsen/Mulden?? wie auch immer.

Hier die Achse mit den beiden seitlichen Gegenstücken:

   

Noch dazu grobe Bearbeitungsspuren und keinerlei Politur. Kugeln gibt's ja sowieso nicht...

Also gab's eigentlich nix zu Reinigen oder zu Reparieren. Das heißt so lassen und den Arm in die Ecke legen oder basteln. Big Grin

Natürlich Basteln!!!

Also machte ich mich an eine neue Vertikallagerung.

Viele Grüße 

Roman
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#2
Erstmal hab ich überlegt was ich überhaupt da hab. Dual-Schlachtteile mehr als genug. Also hab ich den Rest eines 1229er-Armes seiner Lager beraubt.
Die neue Achse wird ein Stück 4mm Messingrohr. Da ich die Lager nämlich ziemlich sicher nicht in den Rahmen vom Tonarm bekomme und dann auch nix einstellen könnte wird alles andersrum gebastelt. Also die Lager an die Achsenden und mit spitzen Madenschrauben von außen einstellbar.
Doof nur dass weder die Gewindegröße noch die Richtung (rechtsseitig Linksgewinde) vom Dual passen. Aber da war doch noch was vom ITT/Mitsubishi. Die Lagerspitzen und Kontermuttern durfte als mal wieder dieser Restarm spendieren. Dummerweise hatte ich beim Zerlegen nicht drauf geachtet dass ich die Teile nochmal brauchen könnte und deswegen die Muttern recht zerkratzt... Das nächste Mal weiß ich es. Smile

Das Stück Messingrohr wurde dann etwa eine Stunde lang vorsichtig im Akkuschrauber von innen "ausgedreht" bis ich die Lagerschalen sauber einpressen könnte.

Das sind also die Teile für die neue Lagerung:

   

Noch nicht gereinigt aber vollständig (Kugeln).

Da ich im Lagerrahmen M3 Innengewinde brauche aber irgendwas mit 3,5mm drin war hab ich einfach die Löcher (nicht ganz durch) so aufgebohrt dass ich M3-Muttern einpressen könnte. Diese hab ich dann mit Epoxy eingeklebt und mit einer langen Schraube durch beide Muttern so fixiert dass sie exakt flüchten.

Hier die Schraube schon wieder entfernt:

   

Und hier noch der momentane Stand:

   

Kugeln drin, Lagerdeckel drauf und die Achse im Rohr. Das passt zwar saugend rein aber ich hab an der Unterseite trotzdem links und rechts einen kleinen Tropfen Kleber zur Sicherung angebracht.

Das darf jetzt erstmal trocken und dann bau ich's mal zusammen.

Viele Grüße 

Roman
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#3
Blöderweise schon beim Test in der Werkstatt. Da ist das Licht an der Stelle nix zum Bilder machen.

So sieht's jetzt aus:

   

   

Das Auspendeln ist jetzt ein komplett anderes Erlebnis. Wink Es pendelt jetzt nämlich richtig um den Waagepunkt.

Klingen tut's auf den ersten Eindruck um einiges klarer mit saubereren Sybilanten. Allerdings weiß ich nicht worans jetzt liegt. Ich hab ja auch die Masse mit etwas Dachdeckerblei vorne im Armrohr erhöht dass ich das Gegengewicht für die 4,5g nicht auf Anschlag nach vorne schieben muss.
Jetzt muss ich noch ein paar Plattenseiten hören. V.a. im Innenbereich hat's mir vorher nicht gefallen.

Weitere Baustelle am Arm wäre noch ein Kabeltausch weil die Originale echt ziemlich fest sind. Und wie ich mit dem Horizontallager umgehe weiß ich auch nicht. Das läuft tadellos und spielfrei. Sind zwei Rillenkugellager. Nur ist an der senkrechten Achse alles mit Silikonöl zugesuppt. Das dämpft schon ziemlich.

Viele Grüße 

Roman
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#4
Ich hab jetzt mal den Titel ergänzt weil es ja auch um den Tonabnehmer geht den ich schon lange liegen aber noch nicht ausführlich gehört habe.

Im Grunde war alles immer noch nix Gscheits. Verwaschen, schlecht aufgelöst aber ansonsten eigentlich sauber.

Dann hab ich vorhin das Shure auf ein TK montiert und mal am 1219er laufen lassen. Kein Unterschied.

Alle drei Nadeln hab ich probiert. Alle gleich. Und die Nadeln sind dabei recht unterschiedlich: Original USA mit unbekannter Laufzeit, neue Pfeifer, neue frühe mexikanische Originale.

Dann dachte ich mir "Scheiß drauf" Ab ins Wohnzimmer an den 701. Der kann zwar nur 3g, aber für nen kurzen Test OK. Und da ging die Sonne auf. Wink Alle Vorhänge weg.... Also wirklich. Das System spielt absolut top. Falcos Out of the Dark klingt absolut super. Und da ist va der Mann mit dem Koks ein echter Nadeltester.

Jetzt säge ich mal die provisorische Holzkiste ab und probier den Decca Arm mal an der anderen Anlage.

Erstes Fazit: Mir gefällt meine Werkstattanlage nicht mehr....

Viele Grüße 

Roman
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#5
Fetzt! Big Grin

Echt jetzt. Das klingt absolut amtlich. Nix fehlt. Da merke ich auch wo ich gehörmäßig liege. Linear spielt das Shure nämlich nur bis etwa 15kHz. Mir reicht's. Kein Hertz zuviel wird hier verschwendet 
Der Arm läuft völlig unaufgeregt und mischt sich anscheinend nicht in die Abtastung mit ein.

   

Viele Grüße 

Roman
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