Zufälliger Konzeptvergleich
#3
Quadral Argent 50 

Die Quadral ist ein Lautsprecher der polarisiert und bei dem man sich unwillkürlich fragt , warum er von Quadral genau so in der Form umgesetzt wurde .
Die Erklärung ist wohl am ehesten darin zu finden , das diese Lautsprecher in der Hauptsache für den Einsatz in einem 5.1 Set gedacht waren .
Auch hier findet sich eine leichte Überhöhung des Oberbasses , was zu erwarten war , man versucht mit dem einen 175mm Bass ein wenig mehr schein als sein zu erzeugen , im Vergleich zur Canton fehlt aber die Überbetonung im Hochtonbereich , was nicht bedeutet , das die Quadral hier unterbelichtet wären , ganz im Gegenteil , der eingebaute Hochtöner kommt auch in einigen teureren Modellen zum Einsatz , löst gut auf und hat keinen Hang zu übermäßiger Schärfe .

Beim hören von Metal erzeugt dies ein zwiespältiges Bild , im Pegelbereich der Zimmerlautstärke und ein Stück drüber legen die Quadral los wie die Feuerwehr , mit gutem Wirkungsgrad stellen sie auch keine besonderen Anforderungen an die angeschlossene Elektronik , hier kommt eben zum tragen , das diese Lautsprecher für den Einsatz an Einstiegs AV Receivern geeignet sein müssen .

Werden die Pegel höher kippt das Klangbild aber sehr schnell und die Lautsprecher wirken angestrengt , vor allem der einsame 175mm Bass hat seine Not damit , sauber zu bleiben und gleichzeitig ein gewisses Auflösungsvermögen beizubehalten , wobei dieser Eindruck nicht allein am Basschassis festzumachen ist , sondern hier die Sparmaßnahmen am Gehäuse negativen Einfluss auf die Basswiedergabe nehmen , die Quadral haben eines der am stärksten resonierenden Gehäuse , die mir bisher untergekommen sind , hier wurde eindeutig am falschen Ende gespart . Dazu auch hier die Anmerkung , an sich spielen diese Lautsprecher im 5.1 Setup mit einem aktiven Subwoofer zusammen , die Grundentwicklung dürfte daher nicht der eines üblichen Stereo Vollbereichs Lautsprechers entsprechen .

Hört man dagegen saubere Produktionen wie Graceland oder Riding with the King , fängt man an zu bedauern , das Quadral diese Lautsprecher vom Gehäuse her so billig umgesetzt hat . Bei Zimmerlautstärke und etwas drüber , ist die Feinauflösung , die Darstellung feindynamischer Passagen und die Bühne dieser Lautsprecher schlichtweg WOW . Selten hab ich einen Lautsprecher dieser Preisklasse gehört , der bei moderaten Pegeln die Details des Gittarrenspiels und des Duett Gesanges so hervorragend aufdröselt , wie diese Quadral es vermögen . Da werden Preisklassen ganz locker übersprungen und die Argent spielt mit einer viel teureren Quadral Shogun , die vor kurzem noch hier war auf Augenhöhe .

Selbst die Unterschiede zur T+A schrumpfen in diesem Bereich auf ein überschaubares Maß , aber auch hier ist der Spaß vorbei , sowie die Pegel angehoben werden und man sich beispielsweise an grobdynamischen Passagen auf Graceland erfreuen möchte . Die Auflösung im Bass geht verloren und es wird einfach nur mulmig und matschig auch wenn das Basschassis noch gar keine großartigen Auslenkungen produziert . 

Im Gegensatz zur Canton darf die Quadral durchaus auf den Hörer ausgerichtet werden , auch einen Wandabstand von 30cm und 150cm Hörabstand klappen schon sehr gut , Bühne und Räumlichkeit sind im Bereich Zimmerlautstärke und leicht drüber erstklassig .

Prinzipiell ist dies ein Lautsprecher für DIY Fans , Gehäuse ausmessen , Originalgehäuse ab auf den Müll und die Bestückung in ein vernünftig gebautes Gehäuse mit entsprechenden Wandstärken verfrachten , dann sollte es passen und ein richtig gutes Ergebnis abliefern , so sind es leider nur Lautsprecher für Leisehörer .
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RE: Zufälliger Konzeptvergleich - von Südschwede - Gestern, 14:13

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