Was stört mich an Plattenspielern?
#12
Ein klares JEIN Big Grin
Es ist schon ein Unterschied, ob man ein paar Bauteile an eine folierte MDF-Platte schraubt, oder ob es eine deutlich steifere Zarge ist, die auf Grund ihrer Masse und Formgebung kaum schwingen kann. Aber natürlich hast du recht, dass sehr viele Plattenspieler keine Sub-Chassis mehr haben, die Arm und Plattenteller wirklich entkoppeln.

Aber was sind denn die Anforderungen? Habe ich einen Holzboden, der jeden Schritt an den Dreher weiterleitet, oder habe ich einen Betonboden und Trittschall ist überhaupt kein Problem. Federnde und zugleich bedämpfte Füße, können Trittschall in weiten Bereichen entschärfen.
Höre ich bei hohen Lautstärken, bei denen auch Luftschall relevant ist? Da könnte ein Brettchen dann durchaus schon Probleme bringen, die bei einer aufwändigeren Struktur nicht auftreten.

Eine Sub-Chassis-Konstruktion hat natürlich enorme Vorteile. Hier bilden Chassis und Haube einen an den untergrund angekoppelten Raum, der die beweglichen Teile vor Luftschall schützt. Gegen Trittschall hilft so etwas natürlich auch.

Vergleichen wir den Aufbau eines heutigen Brettchenspielers z.B. Rega P1 mit einem Plattenspieler aus Mitter der 80er, wie dem JVC QL-Y55F.
Bei beiden sind alle Bauteile direkt an das Chassis geschraubt. Beim P1 ist das ein einzelnes Brett aus MDF (kein schlechtes Material) und beim 55F ist es eine Kiste aus Spanplatte (auch nicht besser oder schlechter). Beide sind irgendwie foliert.
Im einen werkelt ein einfacher Gleichstrommotor über einen Riemen auf den Sub-Teller, der andere hat einen quarzgeregelten Direktantrieb.
Bei den Armen sind die Unterschiede noch größer: Der P1 hat einen manuellen Arm, dem auch sonst an fast allem fehlt, was irgendwie Geld kosten könnte. Der 55F hat einen servogesteuerten Arm, der aktiv bedämpft ist.
Der Vergleich ist natürlich auch irgendwie unfair, denn es wird ein heutiger Dreher (nicht von ganz) unten aus dem Regal, mit einem 30 Jahre alten Top-Gerät verglichen, dass auch gebraucht noch teurer ist, als der P1.

Tatsächlich mag ich das minimalistische Design der Brettchenspieler. Auch die minimalistischen, geraden Arme, finde ich durchaus optisch ansprechend. Das Ganze evtl. mit einem transparenten Teller, den man ja auch irgendwie beleuchten kann. Das kann schon gut aussehen.
Aber ich möchte das Teil nicht nur anstarren, ich möchte Musik hören und da sind die heutigen Brettchenspieler dann doch eher kaputt gespart
Gruß

Jan

Si vis pacem, para bellum

Angeschlossene Dreher:
Denon DP-37F, JVC QL-Y55F, Technics SL-1300 , Revox B795 

Darf gehen:
Technics SL-Q 33, Sony PS 5550, Luxman PD-284

ToDos:
Sharp Optonica RP-5100, SABA PSP 910, Dual 1019, Dual 1219

[Bild: https://plattenspieler-forum.de/gallery/..._44_29.png]
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RE: Was stört mich an Plattenspielern? - von Jan - 20.04.26, 21:49

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