Ripol Sub
#1
Ein Projekt, dass unter Selbstbau, Subwoofer und Dipol passen würde Smile 
Vor etlichen Jahren war ich der Meinung, dass meine damaligen Boxen unterstützung im Tiefbass brauchen. Bei den angebotenen Subwoofern habe ich damals nur zwei Kategorien gefunden: Zu schlecht und zu teuer (teilweise mit einer erheblichen Überschneidung). Ich wollte ja kein 500,- für nen Subwoofer ausgeben, aber die viel gepriesenen Teufel (und auch andere) waren mir einfach nicht gut genug.
Ich habe mich damals durch die Foren gewühlt, Fragen gestellt und dann kam in der Zeitschrift "Hobbyhifi" ein Beitrag über Bassdipole. Subwoofer, die eher zentral im Raum platziert werden, die relativ kompakt ausfallen und trotzdem bis weit in den Keller (zum Sub-Contra-C, 16,4 Hz) spielen.
So etwas wollte ich. Im Hifi-Forum wurde mir dann geraten, mich mit Axel Ridtahler in Verbindung zu setzen, da er eine spezielle Form des Bassdipols, den nach Ridtahler Dipol, kurz Ripol genannt hat, entwickelt und Patentiert hatte.
Gesagt getan. Er hat sich dann auch schnell gemeldet und ich habe ihm mein Vorhaben geschildert.
  • Bassdipol
  • mitten im Raum
  • als Couchtisch
  • optisch unauffällig
Ich hatte auch gleich ein paar Lautsprecher rausgesucht, die ich dort verbauen wollte. Das Budget war eng und darum sollten es 26er-Systeme werden. Seine Antwort war: Kannste schon so machen, aber dann wirds halt Kacke. Nein, so hat er sich nicht geäußert aber er meinte, dass ich damit nicht die optimale Wirkung erzielen könnte. Er hat mir dann vorgeschlagen zwei 36er nebst Impedanz-Korrekturschaltung und Lizenz von ihm zu erwerben.
Der Preis war mit 220 Euro (war noch in meinem Budget) wirklich moderat und so kam nach wenigen Tagen ein sehr großer Karton mit zwei sehr großen Lautsprechern mit Kevlar-Membran, einer solide aufgebauten Platine und der Lizenz bei mir an.
Ich bekam erste Zweifel.
Dann aber los in den Baumarkt und nach 22 mm MDF gefragt. Hatten sie nicht. Im dritten Baumarkt, in etwa 20 km Entfernung gab es das Zeug. Also den Zuschnitt beauftragt und ab zur Kasse. 240 Euro, mein Budget war gesprengt.
Dann brauchte ich noch ein paar Schrauben, Gewindestangen usw. Damit es sicher nicht anfängt zu rosten, wählte ich VA, nochmal 80 Euro. Eine passende Endstufe fehlt noch. Ich konnte eine praktisch unbenutzte SAM2 von Monacor für 240 Euro erstehen.
Ich brauchte noch einen Fräszirkel und meine Oberfräse war auch nicht so das Gelbe vom Ei, also nochmal in den Baumarkt. Das Budget war ja ohnehin zum Teufel (und dabei hatte ich dort nichts gekauft Wink )
Alles zusammengebaut und in den Farben-Laden und nochmal 50 Euro für Grundierung, Filler und Lack bezahlt. Nach wenigen Tagen war es so weit. Die Lautsprecher eingebaut, die Endstufe dazu und alles an meinen Rotel-Receiver angeschlossen. Da der Sub zwischen Vor- und Endstufe eingeschleift wurde, wurden die eigentlichen Lautsprecher auch von den tiefen Frequenzen befreit, wodurch sie auch ein wenig lauter aufspielen konnten. Ich war klanglich sofort begeistert. Aber es fehlte noch die Tischplatte.
Da wollte ich etwas robustes und pflegeleichtes => Stein. Es sollte aber auch nicht zu dunkel werden, so kamen wir auf hellen Granit. Beim örtlichen Steinhändler aufgeschlagen und beraten lassen.
Das Ergebnis war eine wirklich schöne Platte aus weiß-schwarzem Granit mit gefrästen Kanten für angenehme 230 Euro.
So, jetzt kommen Bilder Smile

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Und weitere Bilder Smile

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Ich wollte ja keine 500 Euro für nen Subwoofer ausgeben. Habe ich auch nicht Wink
Es waren ohne Werkzeug gute 1000 Euro geworden. Das entsprach nicht so ganz meiner Finanzplanung
Aber Planung bedeutet ja auch, den Zufall durch den Irrtum zu ersetzen Wink
Gruß
Jan


Hifi ist zu 40% Klang und 40% Optik. Der Rest sind Vorlieben.


Zur Zeit im aktiven Einsatz:
JVC QL-Y55F, PE 2020L, Saba PSP 910, Technics SL-1300, Hitachi PS-58

ToDos:
Dual: 1019, 1239, Golden 11, Luxman PD-284

Im Zulauf:
Dual 1219


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#2
Guten Tag Jan,
sehr interessante Arbeit die Du da geschaffen hast.
Kompliment.
Habe ich in so einer Form noch nie gesehen.
Viele Grüße
Jürgen
Wir lieben Musik, deshalb sind wir hier.
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#3
Dipol-Lautsprecher und besonders Bass-Dipole sind auch eher selten.
Die Aufstellung fern von den Wänden passt auch längst nicht überall. Wenn der Raum die Box ist, wird ein Flur schnell mal zum Wellenkanal. Das kann unschöne Resonanzen zur Folge haben. (Raummoden)
Wenn ich im Wohnzimmer die Musik etwas lauter mache, klappern in der Küche die Gläser im Schrank. Das lässt sich natürlich einfach mit der Küchentür unterbinden, zeigt aber mögliche Probleme auf.
Der Sub ist für Räume von bis zu 50 m² sicher gut geeignet, aber man darf ihn nie mit anderen Subwoofern vergleichen. Man merkt ihn fast gar nicht. Der Bass ist einfach da. Ohne viel Druck und nicht wummernd. Ich habe aber bekannte, denen trotzdem schlecht wird, wenn ich den Bass etwas lauter mache.
Sehr beeindruckend sind wirklich die gaaaaanz tiefen Töne. Die SAM2 hat zwar einen Subsonic-Filter bei 20 Hz, aber der ist recht flach und so spielt das Subcontra C noch sehr beeindruckend.
In Verbindung mit Musik von Schallplatten habe ich das aber noch nie versucht. Hier könnte die mechanische Abtastung durchaus problematisch sein, wenn der Dreher am falschen Ort steht. Die Basswellen sind dabei mit dem Feld eines Stabmagneten zu vergleichen. dicht am Subwoofer, an den kurzen Tischseiten merkt man fast nichts. Hier wäre dann auch der Platz für den Plattenspieler. In einigen Metern entfernung ist der Bass dann fast überall
Gruß
Jan


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#4
Hallo Jan,

das ist ja eine coole Idee und Umsetzung - ich hatte genau die gleiche ursprüngliche Zielsetzung wie Du - meine Audio Physic Spark III sind absolut prima für meinen Raum - aber so richtig Tiefbass geht anders. Lange orientiert und dann bin ich auf der High-End Messe in Hamburg auf Saxx Audio gestoßen (https://saxx-audio.de/ ) - und habe dort mit Messerabatt den DS 12 gekauft. Ich wollte unbedingt einen geschlossenen guten Sub als Frontfire, mit Phasenregelung - und das ganz unter 500 €. Bin von ihm nach wie vor überzeugt - tief, trocken, mit Druck wenn nötig - aber immer sauber und nie wummerig.

Aber Deine Konstruktion fasziniert mich - ich habe in den 80ern große Lautsprecher in Hamburg mit gebaut - dort wurden zwei Dynaudio Bässe quasi in einem Tunnel gegeneinander (natürlich entsprechend gepolt) laufen gelassen, was die Resonanzfrequenz senken sollte und die Kontrolle der Membranen ebenso verstärken sollte - hat ganz gut geklappt - dein Sub erinnert mich daran - großartig.

Und die Idee das ganze zu einem Tisch zu machen - super - da kann der Partner nur noch wenig meckern ;-)

Gruß

Cord
Amber Model 17 SL - Hafler DH200 - Thorens TD146/Ortofon - Thule Spirit Circle/Wolfson - Marantz ST-17 - Yamaha MDX-595 - NAD 6220 - Audio Physic Spark III + Saxx DS-12 Sub - Sennheiser HD-25
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