Pro's und Con's Signal(weg)verfremdung durch was oder wie auch immer
#51
(02.10.21, 11:43)Jan schrieb: In Bezug auf bestimmte Parameter hatte ich schon oft das Beste.

Hallo Jan,

das ist für mich der einzige entscheidende Satz. Qualität setzt sich immer durch und das ist bei HiFi halt maßgeblich von der technischen Konstruktion abhängig. Allerdings gibt es so viele unterschiedliche technische Herangehensweisen, die nicht nur mindestens ähnliche Qualität versprechen sondern auch bieten. Da ist es dann ab einem gewissen Level auch mit Qualitätszuwachs vorbei und es wird quasi esoterisch.

Ein Beispiel: Wenn Du bei einer Phonostufe ein Netzteil hast, dessen Restwelligkeit um den Faktor 100 kleiner als das Nutzsignal eines MC-Tonabnehmers (z.B. 0,4 mV) ist, dann ist das qualitativ State of the Art und ganz ganz weit vorne. Ob dieses Netzteil nun das Prinzip Längsregler, Stromquelle, Drosselsiebung umsetzt oder mittels RC-Glieder herstellt oder darin ölgefüllte MPs, Folien oder gute moderne Feststoff Elkos verbaut sind kann man zwar hören und messen, aber es klingt halt nur noch etwas anders und verbessert die Qualitätsstufe nicht mehr.

Dagegen ist es aber ein entscheidendes Qualitätsmerkmal ob diese Restwelligkeit nur um den Faktor 10, 50, 100 oder gar 1000 kleiner ist als das Nutzsignal eines MC-Tonabnehmers. So als Anhaltspunkt:
  • Faktor 10 findet man häufig in Vollverstärkern, weil dort das gleiche Netzteil für die Versorgung von sowohl Linestufe als auch Phono genutzt wird. Darin ein separates Netzteil für die Phonosektion einzubauen würde den kommerziellen Rahmen sowie den zur Verfügung stehenden Platz im Gehäuse sprengen. Für MM-betrieb ist Faktor 10 (im Vergleich zur Ausgangsspannung eines MC-Tonabnehmers) auch schon qualitativ (mehr als) ausreichend; für MC ist das aber nicht wirklich gut. Übliche Vertreter dieser Klasse sind übrigens auch die kleinen, extrem preiswerten externen Phonostufen

  • Faktor 50 findet man häufig in der €500 bis € 2000 Klasse und vor Allem dort, wo noch mit Steckernetzteil operiert wird oder wir von einer Vorstufe mit Phonosektion sprechen. Meist liegt man zwar deutlich über Faktor 10 aber ebenso deutlich noch unter Faktor 50. Bei kommerziellen Röhrengeräten liegt man in dieser Preisklasse sogar meist nur knapp oberhalb von Faktor 10. Für MM technisch gut, für echte Low Output MC (Ausgangsspannung < 0,3 mV) an der unteren technischen Grenze. Vertreter dieser Klasse wären z.B. Creek, Omtec, Lehmann, NAD, Clearaudio, Rega, Naim

  • Für Faktor 100 muss man schon ganz weit oben ins Regal greifen. Das bieten nur die wenigsten Hersteller an. Allerdings wird erst in dieser Qualitätsklasse der Betrieb eines Low Output MCs zur echten Freude. Für MMs wird diese Qualitätsstufe auch eher nur für die ganz leise spielenden Top of the Line MMs der Achtziger wirklich benötigt. Dem modernen MM-Möchtegern-Abklatsch/ Aufwasch bringt man damit auch keine deutlich anderen Flötentöne mehr bei. Da zählt eher schon lange vorher (also in den beiden vorherigen Qualitätsklassen) die Möglichkeit den wirklich und richtig passenden Abschluß herstellen zu können. In der Klasse bewegen sich auf dem kommerziellen Parkett z.B. vdH The Grail, FM Acoustic FM-155, Silvercore One und Two, Lamm LP 2.1 und evtl. Nelson Pass XP-25 oder im Selbstbau dann eben bekannt als Xono (ich weiß, die Xono ist nur ähnlich, ein Vergleich mit der XP-15 wohl passender), Allnic ...

  • Für Faktor 1000 muss man sich schon selbst was einfallen lassen und den Lötkolben zur Hand nehmen. Das ist "Cost no Object" und gibt es kommerziell umgesetzt nur ganz selten und wenn dann zum Preis eines Neuwagens oder halben Einfamilienhauses. Da potenziert sich der Aufwand auch ziemlich schnell. Will man sowas z.B. mit Röhren bauen, dann bedeutet dies Drosselsiebung in der Heizung oder gar Längsregler bzw. Stromquelle je Heizwendel und das Gleiche bzw. sehr Ähnliches (Anodendrossel, Zwischenübertrager, Stromquelle an der Kathode oder Anode, differentieller Aufbau, etc.) dann nochmals für die Anodenspannung bzw. den Signalpart. Da kommen dann schnell auch deutlich über € 3k allein für´s Material zusammen und das wäre dann kommerziell erst ab €30k aufwärts kostendeckend zu verkaufen.

(02.10.21, 12:55)höanix schrieb: Funktioniert aber heutzutage nicht mehr wirklich da über 90 % der Konsumenten (überwiegend) mit ihrem Handy Musik hören. Cool 

Na ja, bis die Beamten aus der Kleingartensiedlung aufwachen, vergeht doch bestimmt auch ein gutes Jahrzehnt. Und wenn die daheim das Licht nicht mit einem Bewegungsmelder gekoppelt haben, dann verschlafen die auch Weihnachten, Ostern, Fasching und Neujahr. Im Amt geht mit so einem Bewegungsmelder der Stromverbrauch in Richtung Null retour und die ganze Institution kann trotz hoffnungslosem Bearbeitungsstau, Salzämtern und anderen Anachronismen als nachhaltig mit Umweltsiegel eingestuft werden. Kein Wunder also, dass die hoffnungslos hinterher hinken.  Tongue Big Grin

(02.10.21, 13:14)darwin schrieb: AAAABER!!! Ich habe ein paar Platten im Regal, die richtig mau klingen, z.B. die meisten von Led Zeppelin. Oder die frühen Deep Purple oder von Rainbow die „Long live Rock‘n‘Roll“ usw. Auch manche Klassik-Produktionen der 60er Jahre sind nicht so doll. Und jetzt kommt‘s: die leben auf dieser Anlage auf. Und plötzlich macht alles Sinn.

Ja, das ist sicherlich eine adäquate Lösung.  Cool Aber  Big Grin um welche Klassikplatten handelt es sich denn? Sind das etwa DGG LPM oder SLPM? Die wurden damals nämlich noch nicht flächendeckend nach RIAA sondern nach CIIR "verzerrt". Und CIIR mit einer RIAA Kennlinie entzerrt klingt alles andere als gut. Die DGG hat leider die alten Matrizen auch bei den Re-Issues teilweise weiterverwandt und sich das Neuerstellen eines echten RIAA Masters gespart. Spielst Du diese DGGS dann z.B. auf einer alten Braun-Anlage, die nach CIIR entzerrt, ab, dann geht das förmlich die Sonne auf.
Gruß Rolf
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#52
Revox Tuner und Verstärker stehen im lager und die A77 hat gerade mal wieder einen Knallfrosch hochgehen lassen, muss also wieder auf den Tisch.
Gruß
Jan


Hifi ist zu 40% Klang und 40% Optik. Der Rest sind Vorlieben.


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JVC QL-Y55F, PE 2020L, Saba PSP 910, Technics SL-1300, Hitachi PS-58

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Dual: 1019, Golden 11, Luxman PD-284, Revox B795

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#53
@Don_Camillo ah ja, so was könnte auch dahinter stecken und darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht. Ich müsste mal gucken, welche Platten das von der DGG betrifft…
Viele Grüße
Darwin (Thomas)
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#54
Natürlich weiß ich nicht, ob ich hier thematisch richtig bin. Aber die Raumeinmessung bei meiner Vorstufe ist ganz sicher auch eine Verfremdung des Signalwegs. Das sogenannte RoomPerfect von Lyngdorf greift aber nur dezent ein. Mir hat es ein wesentlich ausgewogeneres Klangbild verschafft, da mein Hörraum nach rechts offen ist in den anderen Teil des Wohnzimmers. Zunächst war ich skeptisch, aber dann absolut überrascht. An fünf Punkten im Raum wird mit einem Einmessmikrofon der Raum akustisch berechnet. Das ganze Procedere dauert nicht lange. Auf jeden Fall macht es nun noch mehr Spaß. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, sonst hört sich das ganze an wie in den Fachgazetten….
Beste Grüße,
Thomas

Seit über 40 Jahren ist es die Liebe zur Musik, die mich immer noch begeistert in diesem Hobby. Mich fasziniert zudem, wie unterschiedlich die verschiedensten Komponenten klingen können und kleinste Veränderungen Einfluss nehmen können. 
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#55
Nur der Vollständigkeit halber:
Im Schlafzimmer (Sonos - Marantz PM6005 - Wharfedale Diamond 10.1) ist das klirrende Glas ohne Loudness deutlich und mit Loudness immer noch gut hörbar. Die kleinen Whatfedales stehen dabei nahe der Wand links und rechts eines TV bzw. des Marantz. Aufstelltechnisch glaube ich recht gut zum Raum passend:
   
Im Arbeitszimmer mit dem Denon PMA-560 und den Summits (und einem mivoc Sub) konnte ich es noch nicht testen, da das Zimmer gerade von der Schwiegermutter belagert wird.
Gruß Jochen

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#56
Du hast die Weinkiste vergessen, die reisst es raus Big Grin
Gruß
Jan


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#57
Ja, die dient als passive Bassreflexkiste  Big Grin
Gruß Jochen

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#58
Du meinst wohl Klangschälchen  Big Grin

Leg´  doch mal wieder ein paar Flaschen Wein rein, vielleicht wird das Klirren dann deutlicher?  Angel
Gruß Rolf
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#59
Der Wein ist doch noch drin. Klirrfaktor >30%. Ein wahres Hörabenteuer…  Cool
Ich experimentiere noch mit dem Füllstand der Flaschen. Flasche leer klingt inkommensurabel Big Grin
Gruß Jochen

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#60
Füllstand der Flaschen? Das gibt aber eine große Sauerei, wenn Du die für den Klang des zerberstenden Glasmaterials immer wieder auf den Boden schmeißt. Leer klingt das doch natürlicher.  Big Grin
Gruß Rolf
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