Plattenspieler-Forum

Normale Version: Thorens TD 404 DD
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Naja, wenn ich damals etwa 10000 DM für einen Golf1 bezahlt habe, gab es für 5% des Kaufpreises einen Dual 1219, der wirklich in jeder Hinsicht überzeugen konnte.
Heute kostet ein Golf 30 k€ und wenn ich entsprechend 1,5 k€ für einen Dreher ausgebe, dann soll der auch nicht nur gerade eben funktionieren.

Auf der anderen Seite muss man es auch so sehen: Habe ich damals nur 1/3 des Kaufpreises eines 1219 (ca. 500 DM) bezahlt, habe ich auch nichts gutes bekommen und wenn ich heute nur 500 € für nen Dreher ausgebe, dann ist das eben auch nichts.

Plattenspieler sind, wegen der erforderlichen Fertigungsgüte, komplizierte Geräte. Im Vergleich dazu ist ein CD-Player zwar ungleich komplexer aufgebaut, aber hier braucht es keine hohen Fertigungsqualitäten und darum sind die Teile so billig. Also um gut Musik zu hören, kann man entweder viel Geld in einen Plattenspieler stecken oder einen billigen CD-Player kaufen. Das hat die Preise bei den Plattenspielern erheblich gedrückt und deshalb wird versucht, Plattenspieler in der Qualität von CD-Playern zu verkaufen. Das klappt aber nicht so richtig
Verstehe ich nicht ganz, der vergleich mit den alten Geräten ist hier perfekt. Immerhin soll der 1600 der Ersatz ( kann man anhand des Namens und der Optik nicht verleugnen) für den TD160 sein. Zudem ist die neue Firmenpolitik der 2018 gegründeten Firma die die Namensrechte an Thorens erworben hat darauf ausgerichtet alte Thorens Kunden wieder anzulocken.

Ich finde es generell nicht falsch neue und alte Geräte der Unterhaltungselektronik die für das gleiche gebaut sind zu vergleichen. Bei Autos mag das schief gehen ( bessere Dämmmung usw.) Aber grade wenn die alten Geräte oft besser abschneiden sollte man das doch wohl erwähnen dürfen!

Wer hat behauptet das der alte 124 mir besser gefällt / besser ist als der neue? Und warum sollte ich mir das bauen lassen, ich habe einen. Big Grin Das war gar nicht Thema. Der alte hatte übrigens schlechtere Gleichlaufwerte als der neue. Das ist aber logisch, Treibrad/Riemen Antrieb mit vielen bewegten Teilen gegenüber einem Direktantrieb.

Hätten die den fast 1:1 neu bauen lassen, aber mit einem neuen DC Motor mit Netzteil mit variabler Drehmomentkurve ähnlich wie beim SP10R hätte ich das ziemlich geil gefunden. Das mag dann von den Technischen Daten her nicht besser sein als der mit DD, aber dann ist es meinetwegen auch gerechtfertigt 10-15k€ dafür zu verlangen. Dann ist es nämlich irgendwie wieder was exklusiveres und besonderes. Technischer Nutzwert da mal dahin gestellt, da sind dann wieder die Emotionen ausschlaggebend. Aber vielleicht versteht man was ich meine, ich finde die Umsetzung in Anbetracht des Geldbetrages halt etwas halbherzig.

Macht die 0,04 für ein +-10000€ Gerät aber auch nicht besser. Zudem ist das nicht mal ein Eisenloser Motor sondern das "alte" Prinzip wie bei den Technics 1210er und Co. Im Grunde das was Hanpin auch verbaut, würde mich nicht wundern wenn man die Motoren dort zukauft. Das ist halt der Preisklasse nicht würdig. Ich hab jeden Falls nicht schlecht gestaunt als ich ein Bild ohne Teller gesehen habe.

Wer ganz viel Lust hat. Heute sind die Norddeutschen Hifi Tage, Thorens ist im Raum 229, wer Lust hat kann sich das ja mal ansehen. Wink
Um noch ein wenig bei den Auto-Vergleichen zu bleiben Big Grin

Was Thorens da macht ist für mich in etwa so, als würde man einen Dacia zum Preis eines VWs verkaufen und weil man es ja auch besser kann, verkauft man dazu noch VW-Qualität, aber dann nimmt man Preise der Oberklasse
Der vergleich hinkt, ich denke die VW Qualität ist auf einem Level mit Dacia. Big Grin
Entwicklung und Design? Es ist doch alles schon entwickelt...Ok, bei Thorens weiß ich, dass die nochmal richtig Geld für die Entwicklung ihrer neuen Tonarme in die Hand genommen haben. Also das Resonanz-/Schwingungungsverhalten des Tonarmrohres wurde untersucht hinsichtlich möglichst geringer Beeinflussung des Signales. Aber ein Motor wird nicht neu entwickelt, ein Plattenteller auch nicht und die Tellerlager erst recht nicht.

Für meinen ersten selbsgekauften Plattenspieler (Technics SL-1700 für 800,- DM) bin ich Mitte der 70er Jahre in den Sommerferien jobben gegangen und habe an einer Spritzgußmaschine Wählscheiben für unsere schicken Telefone hergestellt. Konnte mir den Dreher danach leisten und es ist sogar noch Geld für den Mopedführerschein übrig geblieben. Kann mir nicht vorstellen, dass man heute mit dem Erlöß aus einem Ferienjob einen Dreher wie meinen ollen geliebten Technics bekommt...
(31.01.26, 13:36)HighEndVerweigerer schrieb: [ -> ]...
Für meinen ersten selbsgekauften Plattenspieler (Technics SL-1700 für 800,- DM) bin ich Mitte der 70er Jahre in den Sommerferien jobben gegangen und habe an einer Spritzgußmaschine Wählscheiben für unsere schicken Telefone hergestellt. Konnte mir den Dreher danach leisten und es ist sogar noch Geld für den Mopedführerschein übrig geblieben. Kann mir nicht vorstellen, dass man heute mit dem Erlöß aus einem Ferienjob einen Dreher wie meinen ollen geliebten Technics bekommt...

Von Technics schon  rofl
Moin,
hier herrscht aber eine seltsame Meinung zur Qualitätseinstufung eines Plattenspielers über die Gleichlaufwerte. Um/unter 0,05% ist man schon an bzw jenseits der realen Limitierung von Messschallplatten und gleichzeitig weit jenseits jeder akustisch möglichen Wahrnehmungsfähigkeit durch den Menschen. Also ein sehr gehaltloser Ansatz ein Laufwerk dadurch schlecht zu schreiben. Einsehen tue ich das bei Laufwerken mit 0,1% oder mehr, aber ernsthaft zu schreiben 0,04% sind schlecht entbehrt jeder Grundlage zumal Angaben die da deutlich tiefer liegen durchaus kritisch zu betrachten sind, da wäre dann mal interessant wie die Messergebnisse zustande kamen und inwieweit die einer ernsthaften Überprüfung standhalten.
Schönes Wochenende!
Babo
Messschallplatten sind sicher nicht ideal, um den Gleichlauf eines Drehers zu ermitteln. Die sind ja eher ein Relikt aus den 60ern oder 70ern. Heute misst man so etwas natürlich digital und deshalb sind auch die Auflösungen überhaupt kein Problem mehr.

Nehmen wir mal Gleichlaufwerte von einem Dreher aus den 80ern:  JVC QL-Y55F
Gleichlaufschwankungen: < 0,015% WRMS
Gleichlaufschwankungen: < 0,009% RMS

Es ist ja nun nicht so, dass so etwas heute nicht mehr geht. Ein TD 404 DD liegt da mit 0,04% deutlich zurück, aber ganz sicher in einem Bereich, in dem man es nicht hören wird. Auch ein TD 1600 ist mit 0,05% hinreichend gut. Aber mehr ist es eben nicht. Das sind keine tollen Werte.

Nehmen wir einen älteren Dreher: Technics SL-1300 und auch der liegt mit 0,025% deutlich weiter Vor und der ist aus den Mitte der 70er.
Der Preis hat doch nichts mit den Messwerten zu tun, deswegen kauft sich niemand einen Plattenspieler. Wer bestmögliche Wiedergabe möchte kauft einen CD-Player oder streamt. Man bekommt für >10k€ einen Technics mit sehr guten Messwerten, kann aber auch für das Zehnfache einen Transrotor kaufen mit schlechteren Werten. Dann hat man aber eine Skulptur von über 120Kg im Wohnzimmer die Platten abspielen kann. Auch wenn es heute wie früher Menschen gibt die auf die technischen Werte achten waren Optik und Haptik (und vor allem der Preis) schon immer der Hauptgrund für den Kauf.
An sich halte ich diese Diskussion auch für rein akademisch. Auch meine ollen Riemendreher Micro BL-51 und BL-71 sind mit <0,025% angegeben. Ist das wichtig für mich? Nö. Wichtig für mich ist, dass der Dreher möglichst ruhig läuft, die Umdrehungszahl hält und ich kein leiern höre.

Mich wundert nur, dass die damaligen Werte anscheinend mit heutiger Technik im bezahlbaren Bereich nicht mehr erreichbar sind. Oder waren die Angaben damals einfach nur gehübscht...?
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